Koh Jum & Krabi – magische Momente, bewegende Schicksale, Grenzerfahrungen

März 2016 – Gestern sind meine beiden Freundinnen Jess und Steffi nach Hause geflogen. Wir verbrachten einige Tage gemeinsam auf der wunderschönen Insel in Südthailand: Koh Jum. Sie liegt 25 km südlich von Krabi, es gibt drei Fischerdörfer die alle mit einer staubigen Schotterstraße verbunden sind. Ganz im Norden ist die höchste Erhebung mit 422 Metern und von einem dichten Dschungel bedeckt. Es scheint, als wär die Insel vom Touristenboom in Thailand noch weitgehend verschont geblieben bzw. steht sie nun an der Schwelle zum Tourismus. Ein Koh Samui vor 30 Jahren sozusagen. Seit dem Jahr 2009 verfügt die Insel über Strom, allerdings war in meinem Guesthouse erst ab 18 Uhr Strom verfügbar bzw. in meinem Bungalow so gut wie nie.

Wer also ein noch weitgehend ursprüngliches Thailand erleben will, mit sehr netten Einheimischen, wunderschönen langen einsamen Stränden, dann kann ich Koh Jum, das auch als Koh Pu unter den im Norden heimischen Thais bekannt ist, nur empfehlen!

Im nördlichen Teil sowie in dem Dorfabschnitt Ban Ting Rai leben hauptsächlich Muslime die vorwiegend von der Fischerei leben; im Dorf Koh Jum sowie im Süden leben vorwiegend Thaichinesen; für sie ist der Kautschukanbau und die Landwirtschaft Haupteinnahmequelle.

Als die Flut kam…

Ich freute mich sehr, dass sich der auf der Insel geborene Cha (ein Mitarbeiter des Hotels in dem ich zuvor mit den beiden Mädls hauste) um mich annahm. Er erzählte mir viele persönliche Geschichten, brachte mich, wann immer er Zeit hatte, mit seinem Moped zu wunderbare unerschlossene Orte der Insel und nahm mich zu einem muslimischen Fest im Dorf mit, bei dem ich seine Familie kennen lernte.

Er spricht im Gegensatz zu vielen Einheimischen gut Englisch, da er früher professionell Fußball spielte und deshalb viel auf der Welt herum kam, unter anderem war er auch schon in Österreich. Damals, im Jahr 2004, als der furchtbare Tsunami, der in Summe 230.000 Menschen in den Tod riss und auch keinen Halt vor Koh Jum machte, war Cha auf der Nachbarinsel Koh Phi Phi als Tourguide arbeiten. Koh Phi Phi wurde so massiv von der Flutwelle getroffen – es war ein Alptraum. Er erzählte mir, wie furchtbar es zuging. Er hatte Glück, da er so kräftig war um sich auf eine Palme zu retten und wartete dort oben für einige Stunden. Als das Wasser etwas zurückwich, sprang er von Dach zu Dach und gelangte so in Sicherheit. Bei diesem Unglück wurden viele seiner Familienmitglieder schwer verletzt; sein Vater verstarb. Es dauerte einige Tage bis er seiner Mutter und Schwester, die zu diesem Zeitpunkt auf Koh Jum waren, ein Lebenszeichen senden konnte.

Nachdem Jess und Steffi abreisten, wollte ich in eine billigere als die luxuriöse Unterkunft „Freedom Hut“ umziehen. Cha zeigte mir ein wunderbares Bungalow-Dorf, das einer Freundin von ihm – der fetten und saulieben Dila – gehörte. Es war einfach unglaublich super dort. Einige größere und viele kleine Holzbungalows standen direkt am Wald; der Strand war zu Fuß etwa 30 Sekunden entfernt. Aber nicht nur Bungalows befanden sich in diesem Hippie-Dorf „Bo Daeng“; es gab einige Reisende und zum Teil Aussteiger die sowohl im Zelt oder einfach unter freiem Himmel übernachteten. Mein Bungalow (kostete gerademal 4 €) war klein und fein, es lag eine Matratze am Boden; hatte ein eigenes „Bad“ dabei (in dem ich dann eine Schlange entdeckte) und wenn ich Glück hatte, verfügte es hin und wieder sogar über Licht; ansonsten gab es genug Kerzen.

Einmal Bo Daeng – immer Bo Daeng

An meinem ersten Tag in meinem neuen Zuhause lernte ich ein paar Gäste kennen; es scheint, als würden besonders viele „Ältere“ immer wieder kommen. Seit Jahrzehnten würden sie sich (aus aller Welt) immer wieder zur selben Zeit im Bo Daeng treffen. Eine etwa 60 Jährige Schwedin blieb mir besonders in Erinnerung. Sie erzählte mir, dass sie seit ihrem 18. Lebensjahr immer wieder alleine verreiste, hatte ein paar „creepy“ Begegnungen und gab mir „Sicherheitstipps“, so als würde sie spüren, dass ich diese schon bald gut gebrauchen konnte. Außerdem erzählte sie mir von einem Heiler im Dorf, den sie am Folgetag besuchte. Ich hatte auch noch mit meiner Schwachstelle, dem guten alten Darm zu kämpfen; die Schulmedizin konnte mir ja leider nicht helfen, also zog ich auch in Betracht, einen „alternativen Heiler“ aufzusuchen.

Am Nachmittag schnappte ich mir das Buch „The Examined Life – How we lose and find ourselves“ und gönnte mir einen wunderbaren Sonnenuntergang am Strand. Als Cha Feierabend im Freedom Hut hatte, krachte er per Moped her, holte mich ab und wir fuhren zu dem im Dorf stattfindenden muslimischen Schul-Festival, bei dem jede Klasse einen Tanz oder ein Lied aufführte. Die Schulen im Dorf finanzieren sich – soweit ich das korrekt im Kopf habe – überwiegend aus Spenden. Bei diesem Festival, das zweimal pro Jahr stattfindet, wird für den Schulalltag Geld gesammelt. Seine Nichte trat auch auf; so lernte ich auch seine nette Schwester kennen, die allerdings kein Englisch spricht, so musste Cha als Translator herhalten. Außerdem war ein Mini-Jahrmarkt dabei. Wir schossen ganz klassisch mit kleinen Bällen auf Aludosen. Ich war mies, Cha erwischte natürlich alle. Als Geschenk bekam ich eine Kuh – aus Stoff! :) Er ist offensichtlich ein Sport-Allround-Talent (in der off-Season verdient er als Billard- und Dartspieler in Chiang Mai seine Kröten). Toll fand ich, dass (lt. Cha) Muslime und Buddhisten hier friedvoll nebeneinander leben und genauso gut befreundet sind als wären sie von derselben Glaubensrichtung. <3

Wie das Schicksal so spielt war ich am nächsten Tag gerade auf dem Weg zum Strand und bog dann noch kurz zu der großen Holzhütte ab, wo sich Rezeption, Küche und der Aufenthaltsbereich befinden, um mir eine Flasche Wasser zu kaufen. Dort traf ich auf Rashid, der eigentlich Günther heißt und aus Bayern stammt. Er war ebenfalls, damals im Jahr 2004, als die Flutwelle kam, in Thailand und zwar auf Koh Jum, genauer gesagt exakt hier im Bo Daeng. Er sprach von furchtbaren Verwüstungen, es gab hier auf der Insel aber zum Glück zumindest keine Todesopfer. Der Mensch schafft in Ausnahmesituationen unglaubliche Dinge, so zB die dicke Dila, die vor Panik auf eine Palme kletterte… Heute erinnern nur noch Fotos an die Geschehnissen von damals. Rashid lebt zum überwiegenden Teil des Jahres auf Koh Jum, zu Beginn der Regenzeit in Thailand fliegt er immer nach Deutschland. Er ist Landschaftsgärtner und hat sich in vielen Jahren Indien einige Chakren-Heilungsskills angeeignet. Aus Dankbarkeit, dass Rashid nach der Flutwelle nicht abreiste, sondern half, das Chaos zu beseitigen, haben ihm die lokalen Behörden einen riiiiesengroßen Baugrund vermacht, auf dem jetzt sein „Baan“ also seine Villa steht.

Die Hoffnung auf Heilung meiner Schmerzen, ein gutes Gefühl und vielleicht auch etwas Leichtsinnigkeit ist es zu verdanken, dass ich kurzerhand die alleinige Beach-Chill-Session links liegen ließ und mich auf sein Moped schwang und ins nördliche Ban Ting Rai zu seiner fetten Villa fuhr. Ich besichtigte das wunderschöne abgeschiedene Areal mit großem Garten und geilem Haus. Von seinem Balkon aus hatte man eine 1A Aussicht auf den dschungelbewachsenen „Berg“ Phu. Als ich fragte, ob man durch den Regenwald auf den Berg gehen konnte, erzählte er mir von einem einheimischen Vater der mit seinem Sohn genau das tat; und das Kind von einer Schlange getötet wurde. :( Okay, lieber nicht auf den Berg. Stattdessen zeigte er mir den Friedhof direkt neben seiner Villa; schön aber auch etwas unheimlich zugleich.

Chakren-Heilung

Dann war es an der Zeit, mit der Heilung zu beginnen. Ich setzte mich auf einen Stuhl, Rashid vor mir auf den Boden. Was dann passierte ist nur schwer in Worte zu fassen (in meinem Notizbuch steht dazu „Chakren-Heilung ist komplett irre“), denn ich kann es mir selber nur schwer erklären, was und wie ich fühlte. Das Seltsame war, ohne dass er mich berührte, fühlte ich eine unglaubliche Energie auf mich einwirken.
Ich weiß, ich klinge jetzt wahrscheinlich völlig übergeschnappt, aber ich habe weder meine Hände gespürt, noch wusste ich ob ich mich noch auf dem Stuhl befand oder auf der Seite lag. Hatte ich noch meinen Körper? Oder war ich schon längst eine Kugel oder ein Rechteck?! PS: Wenn ihr jetzt die durchaus nachvollziehbare Vermutung habt, nein nein, es waren keine Drogen im Spiel! :)
Jedenfalls war dies eine interessante Erfahrung. Er bot mir übrigens an, dass ich kostenlos in seiner Villa verweilen könnte, sollte ich jemals wieder nach Koh Jum zurückkehren, gern auch mit Freunden, während er gerade in Deutschland ist. Alsoooo Leuteeeee!! Villa auf Koh Jum for freeeee wenn’s wär!

Anschließend hab ich mich auf den Heimweg zu meinem Bungalow gemacht, zuerst wollte ich den ganzen Weg zu Fuß gehen, was dann allerdings nach einer halben Stunden schon sehr anstrengend war also fragte ich einen Thai mit Moped ob er mich – natürlich für ein paar Baht – zum Bo Daeng schupfen könnte. Das tat er dann. Es stellte sich heraus, dass sein Name Richi war, er noch gach auf eine riiiiiesenlange Palme kletterte um mir eine Kokosnuss zu holen und mich dann beim Bo Daeng ablieferte. Ich hatte während der Fahrt schon die ein oder andere Vermutung, dass dieser Kerl unter irgendeiner heftigen Substanz stehen musste, als ich ihm dann gründlich in die Augen sah, bestand kein Zweifel mehr; seine Pupillen hatten die Größe einer Kokosnuss (überspitzt gesagt). Er schlug vor, dass wir dann später in die im Dorf gelegene Bar feiern gehen könnten…ööhhm nope. Ich konnte ihn abschütteln und chillte mich in das benachbarte Guesthouse um Abend zu essen (bzw. der eigentliche Grund war, wifi zu schnorren, denn mein Guesthouse verfügte wieder über keinen Strom). Als ich dann nach einiger Zeit – es war bereits stockdunkel – in mein Guesthouse zurückging, stand er blöderweise plötzlich da, dieser unheimliche Richi und sudderte mich an, dass er schon die ganze Zeit gewartet hätte und jetzt zu meinem Bungalow gehen wolle. Da wir ziemlich abgeschieden von jeglichem anderen menschlichen Wesen standen, es völlig dunkel war und der Typ mir sowas von unheimlich vorkam, musste ich einen Ausweg aus dem Schlamassel finden. Ich überlegte. Wenn ich nun weglaufe, dann würde es mich wohl nach zwei Metern auf die Gosche hauen, da ich nichts sehe und hier überall Steine und Wurzeln herumliegen. Wenn ich ihn an- oder um Hilfe schreie, dann zuckt er wohl aus und ist unberechenbar. Mir fielen sodann die Worte von der Schwedin ein, die ich tags zuvor in meiner Unterkunft kennenlernte. Sie sagte mir, sobald mir mein Bauchgefühl sagt, dass etwas faul ist, dann stimmt hier was absolut nicht. Und sobald Gefahr droht, soll ich schauen, dass ich in die Nähe von Menschen komme. Ich spielte also mit, sagte ihm, dass ich kurz noch zur Rezeption gehen müsse; er kam mit. Dort angekommen, war die Rezeption menschenleer und ich etwas verzweifelt. Shit – und jetzt?!

Die Rettung

Und dann kam um die Kurve aus dem Nichts: Cha! :D hahaha. In dem Moment als sich die beiden erblickten, wusste ich, dass sie sich kannten und sich aufs Blut nicht ausstehen konnten. Richi machte so schnell eine Kehrtwende, so schnell konnte ich gar nicht schauen! Wir fanden dann auch die anderen Gäste am Strand und chillten uns dazu und lauschten ihren Gitarrenklängen.

In dieser Nacht habe ich unruhig geschlafen, da ich etwas Angst hatte, dass Richi herausfinden könnte, welches Bungalow meins war, obwohl ich Dila (der Besitzerin) Bescheid gab, niemandem eine Auskunft darüber zu geben. Die Sorgen waren völlig unbegründet zum Glück. Ich stand ganz bald auf und machte einen ausgiebigen Strandlauf und sammelte wunderschöne Muscheln ein. Wow es war so unglaublich geil hier. Ich wollte eigentlich noch tausend weitere Jahre auf Koh Jum bleiben aber ich musste mich langsam aber sicher von Thailand verabschieden, da bald das nächste Land anstand: Myanmar. Als ich verschwitzt vom Morgenlauf in mein Bungalow zum Duschen zurückkehrte, hörte ich ein Geräusch aus meinem Bad. Beim Nachsehen entdeckte ich dann eine kleine Schlange (etwa einen halben Meter lang) im schwarzen Kübel, die verzupfte sich aber ganz schnell.

Wiederschaun Inselleben – Serwus Krabi

Nach dem Frischmachen, Rucksack packen und zahlen chillte ich mich noch zu  den „alten Aussteigern“, einem Japaner, einem Ami und ein paar Deutschen, die alle eins gemeinsam hatten: sie fühlten sich in ihrem Umfeld nicht mehr wohl, wollten raus aus dem System, fanden einen Weg aus dem 9-5 Leben.

Einige Minuten später kam Cha mit seinem Moped angefahren und brachte mich zu dem Local Pier, der eigentlich nur Einheimischen vorbehalten war. Er nahm sich diesen Tag frei und kam mit nach Krabi, da er „gescheite Sportschuhe“ benötigte. Nicht das erste Mal freute ich mich riesig, die Vorzüge zu erfahren, wenn man einen „Local-Spezzi“ kennt. Die Bootsfahrt kostete nur 10 % vom Touristenboot und ich erfuhr wieder spannende Fakten über Koh Jum und die Umgebung. Sein Onkel, der auch für Einkäufe nach Krabi musste, wurde am Pier von seinem Mitarbeiter abgeholt und wir durften ebenfalls mit in seiner Karre bis zum Hostel, so kostete der Spaß (Transport von der Insel bis nach Krabi) grade Mal 2 €; lustige Gespräche inklusive.

In Krabi angekommen checkten wir den Nachtmarkt aus, wo es unzählige Früchte gab, die ich niemals zuvor erblickte. Und man kann nicht einfach nach Asien reisen ohne die berühmt-berüchtigte Frucht „Durian“ zu kosten. Endlich kaufte ich ein kleines Stück und kostete sie zum ersten Mal. Cha filmte mich dabei weil er wissen wollte wie ich auf den überaus speziellen Geschmack reagieren würde.

Es gibt hinsichtlich Geschmack und Geruch der Durian, die besser als „Stinkfrucht“ bekannt ist, unterschiedliche Meinungen. Die meisten rümpfen die Nase bzw. fühlen sich sogar abgestoßen durch den Geschmack oder den Geruch. Hier scheiden sich eindeutig die Geister: entweder man hasst diese Frucht oder man liebt sie über alles, irgendetwas zwischendrin gibt’s nicht! ;) Wenn man beschreiben soll, wie die Durian schmeckt, dann lässt sich das garnicht so einfach beantworten, denn es gibt nicht wirklich etwas vergleichbares, ich kann nur sagen, dass es vielschichtig, vielleicht sogar einzigartig schmeckt. Es erinnert an eine Walnuss mit Vanille, irgendwie auch an eine cremige Ananas, durchaus kräftig fruchtig aber auch mit deutlichem zwiebligen Anteil. Also ihr seht schon, ihr müsst sie selber mal probieren! Man kann sie übrigens bis zu 100 Meter weit riechen; in Singapur drohen sogar hohe Strafen wenn man diese an öffentlichen Plätzen verzerrt. Es kursiert außerdem das Gerücht, dass man sterben kann, wenn man diese Königin der Tropenfrüchte gemeinsam mit Bier konsumiert! :O

1230 Stufen musst du erklimmen

Am nächsten Morgen frühstückten wir noch leckeres Streetfood in der Walking street bevor wir uns voneinander verabschiedeten – Cha fuhr zurück nach Koh Jum, wo die Nachmittagsschicht im Hotel auf ihn wartete und ich schwang mich (nicht ohne einen thailändischen Sarong zu kaufen) in einen Lokalen Bus der mich zu dem berühmten Tiger Cave Tempel brachte. Dieser wurde 1975 erbaut und ist eine der heiligsten buddhistischen Stätten von Krabi und gleich vorweg: In dem Tiger Cave Tempel gibt es (zum Glück) keine Tiger. Es handelt sich hier also nicht um die umstrittenen Anlagen Thailands wo Tiger gehalten und aus nächster Nähe besucht und sogar gestreichelt werden können (während diese unter Drogeneinfluss stehen). Der Ort heißt deshalb so weil vor etlichen Jahren hier ein Tiger gelebt haben soll.

Es war unglaublich heiß an dem Tag. Mir wurde empfohlen, den Tiger Cave Tempel entweder gleich am Morgen oder erst am späten Nachmittag aufzusuchen, denn eines stand fest: 1230 steile Stufen in der prallen Mittagshitze hätte ich nicht gepackt. So kam ich dort an, zog mir (der Höflichkeit halber) meinen Sarong als Rock an, fragte Polizisten ob ich meinen Rucksack bei ihnen einstweilen stationieren dürfte und begann mit dem schier endlos langen Aufstieg bis nach oben. Ich weiß nicht mehr wie lange ich für diese Monstertreppen benötigte, ich bin hunderttausend Mal stehen geblieben, rang nach Luft, machte Fotos, feuerte andere „Erklimmer“ an, wurde angefeuert und blickte immer wieder ungläubig nach oben; wann bin ich denn nun endlich da?!

Nach etwa einer Stunde (was gefühlt dreimal so lang war) kam ich ganz oben an. Und wie es so oft ist führen schwierige Wege oftmals zu den schönsten Orten. Eine hammer Aussicht belohnte mich für den anstrengenden Aufstieg; wie auch unzählige andere Treppensteiger. Ich kam rechtzeitig zum Sonnenuntergang.

Nicht lange und ich stieg die rund 1200 Stufen wieder ab denn langsam aber sicher wurde es dunkel. Als ich unten ankam war es schon ganz dunkel und ich war froh, dass noch jemand bei der Polizeistation war der mir meine Sachen übergeben konnte. Außerdem wartete ein Thai (so als hätte er es gerochen) und brachte mich mit seinem Moped zum Flughafen Krabi. Da mein Flug ins nächste Land um 7 Uhr morgens startete, wollte ich in altehrwürdiger Tradition am Flughafen „schlafen“. Dort versuchte ich ein ruhiges Plätzchen wo ich die Nacht verbringen konnte zu eruieren. Ich wurde allerdings nicht wirklich fündig und richtete mich häuslich auf einem mehr oder weniger gemütlichen Bänkchen ein und verbrachte die Nacht in der doch sehr lauten und hell erleuchtenden Flughafenhalle.

Zu meiner Verwunderung hatte ich sogar einige Stunden schlafen können obwohl die Vorfreude mir schon oft den Schlaf raubte. Ich war also fit im Schritt und mehr als bereit für das nächste und vielleicht bisher größte Abenteuer. Das Land, das für Touristen erst seit fünf Jahren ihre Pforten geöffnet hat und deswegen noch vielerorts unerschlossen ist: Mingalarbar (Hallo) Myanmar! !!! :)

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