Thailand: Der paradiesische Süden

Ende Februar 2016: Der Flug nach Bangkok ist gebucht, übermorgen geht‘ los. Jess ist bereits seit ein paar Tagen in Thailand und Silvia, ihre Mama ist spontan mitgeflogen. Die beiden machen gerade Koh Samui unsicher. Ich freute mich schon wieder irrsinnig auf Asien, war aber gleichzeitig etwas besorgt. Was wenn ich wieder einen Zusammenbruch a la Laos haben werde? Dann müsste ich wieder abbrechen. Ich entschloss mich dafür, mir nicht zu viele Gedanken darüber zu machen und dies meinem Schicksal zu überlassen. Sollte ich gesundheitliche Probleme bekommen, dann hat es nicht sein sollen und ich kehre wieder zurück nach Österreich.

Neue Abenteuer der Bianca M. – Unerwartete Begleiter

Manchmal geschehen Dinge, die auf den ersten Blick ohne Einfluss sind, die aber die Zukunft völlig auf den Kopf stellen können. So an diesem Sonntag: Ich verabredete mich mit Steffi, einer guten Freundin auf ein Abschiedsfrühstück. Nur aus Spaß sprachen wir darüber, wie lustig es wäre, wenn sie spontan mitfliegen würde…das Leben beim Schopf packen und so. Als sie mich dann aber am selben Abend anrief und mir mitteilte, dass sie wahrhaftig soeben gebucht hätte, war ich zuerst mal fett perplex und konnte es gar nicht glauben! Als am nächsten Tag aber dann auch noch Thomas buchte, war ich völlig von den Socken! Oft kommt es (ganz) anders als man denkt! Jess nahm die Neuigkeit jedoch zunächst eher kritisch auf, was ja auch verständlich ist, denn sie hatte die beiden zuvor noch nie gesehen und nun waren wir bei unserem geplanten „Pärchen-Urlaub“ zu fünft!

Abschiede tun weh – noch immer

Nun ging es wieder loooos! Ich packte meinen Rucksack, der sowieso griffbereit lag, da ich ihn insgeheim nie ganz verstaut hatte. Um 4:15 Uhr düsten wir los und fetzten nach Wien. Ich bemerkte am Flughafen, dass ich mich noch nicht wieder im sogenannten „Traveller-Modus“, befand.

Denn wenn ich unterwegs bin, will ich am liebsten mit Jedem in Kontakt treten, ob Reisender oder Einheimischer, ihre Lebensgeschichte hören, ich will wissen wovor sie Angst haben und wovon sie träumen, ob sie glücklich sind. „It’s all about the people“. Menschliche Begegnungen öffnen einem so viele Türen und ganz sicher das Herz.

In der kurzen Zeit in Österreich nahm ich wieder viele „westliche“ Verhaltensmuster an. Es ist schwer das auszudrücken was ich spürte. Aber es war so, als müsste ich mich wieder anpassen, in etwas zwängen, das ich nicht mehr war. Ich fühlte, als müsste ich mein Inneres verschließen, weil es hierfür keinen Platz gibt. Ich hatte das Gefühl, mich langsam aber sicher zurückzuentwickeln. In meinem Sein, in meinem Tun, in meinen Gedanken. Obwohl ich mir zuvor hoch und heilig geschworen hatte, dagegen anzukämpfen. Mir kam vor, als würde man hier so unglaublich viel über so belanglose Dinge diskutieren, sprechen und streiten und sich so wenig über Wichtiges austauschen.

Wir sind in dieses System hineingeboren worden und wir kennen es halt nicht anders. Und als ich eben in Wien am Flughafen stand, reflektierte und bemerkte, dass ich mit Fremden absolut nicht über deren Ängste oder Träume sprechen wollte, ja sogar Augenkontakt vermied, da dachte ich mir, wie interessant und beschissen zugleich die Tatsache sei, wie schnell man durch die Umgebung beeinflusst wird und sich dahingehend (zwangsläufig) anpasst.

Nun gut, weiter im Text: Schließlich sagte ich schon wieder Adieu zu meinen Eltern (ihr habt es nicht leicht mit mir und ihr hättet eine andere Tochter verdient!), ein Abschied auf unbestimmte Zeit.
Beim Security Check winkte und guckte ich noch so lange nach hinten, dass ich natürlich in meinen Vordermann krachte, der das irgendwie garnicht so amüsant fand wie ich…

Im Flugzeug kam schon die erste Probe, die mich wieder auf’s Reiseleben einstellte: da ich mit der Billigfluglinie Germanwings unterwegs war, gab’s kein Essen inklusive, das hätte ich irgendwie für glaub ich irre 20 Euro dazubuchen müssen, nope. Zum Glück saßen schräg hinter mir zwei gemütliche Deutsche (an den einen Namen erinnere ich mich noch weil ich ihn zuvor noch nie hörte „Gerit“, sein Beruf: Moderator beim Kinderradio. Sie gaben der Schnorrerin ein paar Happen von ihrem Essen ab, so überlebte ich die 16 Stunden Flug ja doch locker! Es dauerte nicht lang, und schon war ich wieder im Flow.

First stop – Bangkok

Nach einem Stopp in Köln ging es weiter und zack schon war ich in Bangkok am Flughafen angekommen. Lalala wir machten das was Reisende eben tun wenn sie am Flughafen ankommen und versuchten uns mal zu orientieren, Geld abheben, einen passenden Bus finden. Da wir so schnell wie möglich weg von Bangkok und ab in den Süden (nämlich nach Koh Phi Phi) zu Jess und Silvia, also ihrer Mum wollten, hielten wir uns garnicht mehr lange dort auf sondern fanden einen Weg wie wir schließlich zu dem Busterminal gelangten (zum falschen). Am Busterminal trafen wir eine Österreicherin, die soeben vom Norden Thailands (Chiang Mai) angekommen war. Die Gute ist per Autostopp (genauer gesagt auf der Ladefläche eines LKWs) hierher gekommen. Und das witzige, sie ist nicht nur auch aus Oberösterreich, sondern aus dem Mühlviertel; und wisst ihr was: sie kennt sogar Pucking – lol!

Es dauerte 1,5 Taxi-Stunden, dass wir von diesem zum korrekten, nämlich zum Sai Tai Mai Southern Bus Terminal gelangten von dem uuunzählige Busse in alle möglichen Richtungen Thailands wegdüsten. Da es sich um einen Nachtbus handelte hatten wir noch einige Stunden Zeit die wir mit Thai Essen, zwischen den Shops herumgammeln und schließlich mit schlafen-versuchen totschlugen (bei ohrenbetäubendem Lärm und unbarmherziger Hitze). Als der Abend angebrochen war, kam auch unser Bus daher. Wir Drei gesellten sich hinein und machten es uns gemütlich. Für 587 Baht, was umgerechnet etwa 15 Euro sind bekommt man hier nicht nur einen Sitzplatz mit Decke und Polster sondern auch Getränke und Snacks. Amüsante (viiiel zu laute) Thai-Filme inklusive. Schräg vor uns saß ein chillig aussehender Mönch, dem wir beim Wickeln von seiner Robe zusahen und uns fragten, ob er darunter wohl eine Unterhose trug oder ob Freiluft angesagt war. Neben zwei Iren waren wir die einzigen Farangs (Ausländer) und wie jedesmal in einem Nachtbus hab ich absolutely nichts geschlafen.

Jeden Morgen wenn ich mit einem Nachtbus unterwegs bin, stelle ich mir wieder die Frage, warum zum Teufel ich mir das immer wieder antue. So auch kurz an diesem Morgen. Obwohl die Busse von Thailand aus meiner Sicht echt gut abschneiden und auch halbwegs gemütlich sind, kann ich einfach niiiie gescheit schlafen. Man denkt sich, okay ich fahre mit dem Nachtbus von A nach B, dadurch spare ich eine Nacht in einer Unterkunft ein aber im Endeffekt ist man am nächsten Tag so geschlaucht, dass der Folgetag im Arsch ist und man sowieso nur schlafen will. Aber ich mach’s trotzdem immer wieder. :)

Ankunft im Paradies – Koh Phi Phi

In Krabi machten wir Halt bevor wir per Fähre (2,5 Stunden) auf die berühmte Insel Koh Phi Phi checkten. Mit gefühlten Hunderten Partyhungrigen aus aller Welt. Als wir dort ankamen, war ich mal ziemlich überwältigt von mehreren Emotionen: zum einen freute ich mich so, dass wir endlich da waren, auf das Wiedersehen mit Jess und ihrer Mum, auf die bevorstehend gemeinsame megageile Zeit und zum anderen bekam ich einen leichten Schock da, egal in welche Gasse man einbog, es nur so von jungen, lauten, teils betrunkenen Touristen wimmelte. Da erinnerte ich mich unweigerlich an den Satz „Koh Phi Phi is a damn shithole“ eines zuvor getroffenen Reisenden, der wohl kein großer Fan dieser Insel war. Wenn man paradiesische Strände mit Party verbinden will und es das ist, wonach man sucht – perfekt! Aber Koh Phi Phi hat, neben den überfüllten Touristenbuden, auch wuuuunderschöne ruhige Strände zu bieten.

Zum Beispiel in der Tonsai Bay/Long Beach, wo Jess und Silvia hausten. Ach wie schön war das Wiedersehen! Den Abend verbrachten wir in einer gemütlichen Liveband-Bar und man sich gegenüber rund um die Uhr tätowieren lassen konnte. Und zwar mit dem bekannten „Bamboo-Tattoo“ das angeblich nochmal mehr schmerzt als eine herkömmliche Tatoonadel. Solche Tattoo-Shops gibt es übrigens wie Sand am Meer auf Koh Phi Phi.

Wir nisteten uns übrigens im sogenannten Harmony Guesthouse ein und hatten chillige Zimmernachbarn aus Argentinien, Ricardo und David sowie Alberto aus Italien. In meinem Notizbuch hab ich zu dem nächsten Tag vermerkt: „Bis 11 Uhr gepennt, frühstücken mit Nachbarn, bringen Jess Chips aufs Zimmer, gehen ins Meer baden. Schlitze mir Fuß bei Muschel auf.“ Abends haben Steffi und ich den Club „Stockholm Syndrom“ abgecheckt und sind anschließend zum Strand um den unzähligen Partys beizuwohnen, wo für jeden Musikgeschmack, von ums Lagerfeuer tanzen über Techno bis Salsa alles dabei war. Die Nachbarn versuchten uns dann übrigens noch den lateinamerikanischen Tanz „Pachanga“ beizubringen. Lol

Auf den Spuren von Leo DiCaprio´s „The Beach“

An den nächsten Tag werde ich mich auch eeewig erinnern: Wir buchten eine Tour zur Maya Bay, die kennt ihr fix. Der Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio, bei dem er und zwei Freunde eine geheime Insel entdecken, wurde hier nämlich gedreht. Wenn ich an den Film denke, ploppt immer wieder die Szene in meinem Kopf auf, wo sein Spezzi von einem Hai angegriffen und tödlich verletzt wurde. Nach einigen Minuten Fahrt im Longboat erreichten wir das Paradies auf Erden. Unzählige andere Boote trieben in dem türkisfarbenen Wasser vor sich hin. Unser thailändischer Tour-Guide half uns aus dem Boot zu hüpfen und legte uns nochmal ans Herz, uns den Namen seines Bootes zu merken sonst würden wir dies im Beisein der vielen anderen schwer wiederfinden. Die hundert Meter bis zum Strand stapften wir durch das knietiefe Wasser. Heillos überlaufen und ein Wahnsinnstrubel im Meer und am Strand aber einfach unbeschreiblich schön! Wir packten das alles garnicht; konnte das real sein?! Wir machten hunderttausend Fotos, spazierten durch den Wald und gelangten so zu einem weiteren wunderschönen Ort. Ich vergaß natürlich meine Sonnenbrille am Felsen, bekam sie aber zum Glück wieder und wir düsten mit dem Longboat zur nächsten Station: Monkey Island. Wie der Name schon sagt, gibt es auf der Insel lauter Affen, die mit lautem Geschrei aus dem Wald liefen als sie uns hörten. Wir bogen in eine Bucht ab – Schnorchel-Time!! <3 Viele bunte Fischis durften wir erblicken. Der folgende Sonnenuntergang, den wir auf offenem Meer genossen, war der reine Wahnsinn!

Und dann ist noch etwas Witziges passiert an dem Abend: als ich ein paar Tage zuvor noch in Österreich war, und so durch Facebook scrollte, stieß ich in einer Südostasien-Facebookgruppe auf einen Beitrag, in dem ein gewisser Andreas aus Tirol nach Reisetipps fragte, da er bald nach Thailand reisen würde. Und wer läuft mir natürlich zwischen den unzähligen Gassen über den Weg: Andreas aus Tirol! Haha! Unverkennbar mit langen Dreadlocks, tätowiert und ein extrem netter Kerl! Die Magie des Reisens schläft eben nie! Steffi, Andreas und ich gönnten uns streetfood, nämlich lecker Pad Thai. Der letzte Abend auf Koh Phi Phi war nun angebrochen! Wir verabschiedeten uns von ihm; Steffi und ich feierten nochmal gebührend wie es sich eben gehört.

Als wir fast unseren Verstand (und Stolz) verloren – Oder auch: Die Flasche die unser Leben rettete

Normalerweise würde man die Geschehnisse, die auf dem Boot von Koh Phi Phi auf die 1,5 Stunden entfernte Insel Koh Jum passiert sind, lieber für sich behalten. Normalerweise. Wenn man Anstand hätte. Wenn man noch einen kleinen Funken Stolz besitzen würde. Alles weg! :) Es ist einfach zuuu witzig um sie nicht zu erzählen. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mir meinen guten Ruf versaue. Hier die Geschichte: Nachdem sich Silvia, also die Mum von Jess gegen Mittag von uns verabschiedete (sie düste zurück nach Krabi, von wo ihr Flug in die Heimat anstand) und Thomas ebenfalls auf eine andere Insel fuhr, waren wir nur noch zu Dritt. Wir standen also am Pier und warteten auf unser kleines Boot das uns auf die weitgehend unberührte Insel Koh Jum bringen sollte.

Als wir an Bord gingen (bzw. unter Deck, merkte ich an, dass ich ein Klo benötigen würde und fragte einen Thai nach dem stillen Örtchen. Zu meinem Schrecken teilte er mir mit, dass es auf dem Boot keines geben würde (wir legten bereits ab). Eine meiner schlimmsten Stunden brach an. Wenn ihr diese „Lulu-Geschichte“ lieber nicht lesen wollt, dann springt nun besser zum nächsten Absatz, ich muss das aber jetzt endlich mal niederschreiben und somit verarbeiten! ;D
Zunächst konnte ich mich noch mit Blicken aufs Meer und Gesprächen mit Steffi und Jess ablenken, bei denen sich allerdings zunehmend auch schon die Blase meldete. Sehnlichst blickten wir aus dem Fenster in der Hoffnung, dass wir bald da waren, es schien aber, als würde die Insel in der Ferne kein bisschen näher kommen. Sekunden vergingen wie Minuten. Minuten wie Stunden. Langsam verzweifelten wir. Ich kann garnicht in Worte fassen, wie furchtbar das war für uns. Ich versuchte zu meditieren, an aufsaugende Schwämme zu denken und meiner Blase einzureden, dass sie das durchhalten konnte. Jess sagte auch schon kein Wort mehr und das soll was heißen!! Steffi verfiel etwas in Panik und schlug vor, dass wir aufs Deck gehen sollten um einen Ausweg zu finden, im Notfall über Bord springen. In dem Moment hätte ich alles dafür getan; mein Problem war nur, wenn ich mich nun bewegen würde, war’s das mit meiner Kontinenz.
Als wir dann eeendlich nach fast 2 Std. Todesquallen die Insel Koh Jum erreichten, stellten wir zu unserem großen Schrecken fest, dass es keine Anlegestelle für das Boot gab, wir nun nochmal auf ein kleineres (Long-)Boot warten mussten. Oh.Mein.Gott. Aus.Vorbei. Jess flehte sodann einen Bootsmann an, dass wir nun auf der Stelle ein Klo benötigen, sonst würden wir sterben. Er erkannte zum Glück den Ernst der Lage, wir schnappten uns eine leere Flasche und er erlaubte uns, in den Motorraum zu gehen. Nun war es vollbracht. Wir hatten es überlebt, ohne Blasensprung! Unsere Stimmung stieg von „Ich-will-sterben“ sofort zu „Das-Leben-ist-geil“. Kleiner Witz am Rande: die Flaschenaktion hat uns nicht nur die Blase gerettet sondern uns vor allem zusammen geschweißt. Wahre Schwestern eben.

Koh Jum – Insel der Krabben

Das Inselparadies Koh Jum wird von Thailand-Fans oft als die freundlichste Insel im südlichen Thailand bezeichnet. Hier hat die Natur noch größtenteils das Sagen und nur wenige Hotels stören die Ruhe dieses zauberhaften Platzes in der Andamanensee. Ich hatte zuvor noch nie von „Koh Jum“ oder „Koh Pu“ gehört (wie es ebenfalls genannt wird) und auch wenn man mit Thailand-Kennern spricht ist sie den wenigsten bekannt, ein echter Geheimtipp sozusagen! Den Tipp hat uns eine Freundin gegeben, die bereits vor einigen Monaten hier war (Danke Lisa!!!!)

Wir waren hellauf begeistert! Genauso stellten wir uns das Paradies vor! Mit einem Pickup-Truck, wir durften auf der Ladefläche Platz nehmen, wurden wir abgeholt und zu unserem megageilen Bungalow „Freedom Hut“ gebracht, das sich ganz im Süden der Insel befindet. Die nächsten Tage waren einfach nur ein einziger Traum: ausschlafen, chillen, beim Meer gefrühstückt, chillen, erste Thai-Massage am Strand genossen, chillen, Kokosnüsse geschlürft, chillen, am Strand chillen, Abendessen und aja, chillen.

Dazwischen sind wir auch mal in das Village reinspaziert, haben dort eingekauft und freundeten uns mit den Hotelmitarbeitern (Cha und Bai) an. Unser Essen wurde immer mit ein paar Blättern einer thailändischen Pflanze dekoriert; als die Zwei dann mitbekamen, wie mir Graslutscher diese Pflanze schmeckte, überreichten sie mir jeden Tag eine ganze Staude dieser Pflanze! :D Zu blöd, dass ich mir den Namen dieser grünen Köstlichkeit nicht notiert habe *verdammt*.
Erwähnenswert ist eventuell noch die Mausgeschichte: da das Bungalow ja aus Holz besteht und keineswegs dicht ist, kreucht und fleucht halt so manches Viecherl mitten im Zimmer herum, von Käfer über Geckos bis hin zu Mäusen. In der ersten Nacht besuchte uns dann eben eine Maus, die sogar auf den Tisch sprang, das Chipssackerl und die Trinkflasche mit sich und uns aus dem Schlaf riss. Und wer war die Leidtragende dieser Geschichte? Ich! :) Denn Jess hat jedesmal, wenn sie aufs stille Örtchen musste, mich geweckt und verlangte ihren Maus-Bodyguard! Aber ich hab’s gern getan!

Am nächsten Tag schnappte ich mir ein Kajak und paddelte zu einer Insel, die etwa 25 Paddelminuten von Koh Jum entfernt liegt. Außer einem einzigen Affen, der vor einigen Jahren von seinem Stamm verstoßen wurde und daraufhin über das Wasser floh, ist diese Insel völlig unbewohnt. Wow ich war, zählt man den Makaken nicht dazu, das einzige menschliche Wesen dort. Ich fand eine rosa Qualle und paddelte wieder zurück zu den Mädels. Da Steffi und Jess am folgenden Tag abreisten und ich mir bei Gott das Freedom Hut Bungalow nicht allein leisten konnte, hatte Cha (der Hotelmitarbeiter) eine Idee: einer Freundin von ihm „Dila“ eine wunderbare überdimensional dicke Thailänderin gehörten nur wenige Mopedminuten entfernt einige Bungalows „Bo Daeng“ oder wie ich es später liebevoll „Hippie-Dorf“ nannte. Um 12 Uhr mittags hatte er Pause also schupfte er mich kurzerhand hin damit ich einen Blick drauf werfen konnte. Ich verliebte mich sofort in dieses kleine Dörfchen das soviel positive Vibes und Gemütlichkeit ausstrahlte. Für lächerliche 4 Euro bekam ich ein eigenes Bungalow mit Bad, wenn auch ohne Strom und Matratze am Boden (aber mit Moskitonetz) – man gönnt sich ja sonst nix. Da noch ein bisschen Mittagspause übrig war, fuhr mich Cha, der auf dieser Insel geboren und aufgewachsen ist, in den Norden, von wo man eine ausgezeichnete Aussicht auf den dschungelbewachsenen Berg hatte und bis nach Koh Phi Phi blicken konnte.

Und dann war auch schon unser letzter gemeinsamer Morgen angebrochen: Jess und Steffi packten zusammen, ich durfte noch mit aufs Longboat, wir cruisten  zu einem größeren Schiff das die beiden ans Festland bringen sollte. Ich verabschiedete mich von den zwei Schnuckis und kehrte wieder nach Koh Jum zurück. Ich war so froh, wie sich das alles zwischen uns Dreien entwickelte; alle Befürchtungen, dass es Zickenkrieg geben würde waren völlig unbegründet! Die beiden waren (sind) wie ein Herz und eine Seele! Sie verbrachten ihre letzten Tage in Thailand in der verrückten Stadt Bangkok.

An diesem Abend brachte mich Cha zu einem muslimischen Thai Festival, ich fiel fast nicht auf; war die einzige Ausländerin unter hunderten Einheimischen. Mein persönlicher Reiseführer und Thai-Spezzl Cha schoss mir dann noch eine Kuh aber das ist eine andere Geschichte. :P

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